Dämpfend auf die Preise wirkte der Preisrutsch bei Treibstoffen © APA - Austria Presse Agentur

Die Inflation in Österreich hat sich im April auf 1,5 Prozent verringert, nach 1,6 Prozent im März, wie die Statistik Austria am Mittwoch zu ihren monatlichen Berechnungen des Verbraucherpreisindex (VPI) mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat März blieb das durchschnittliche Preisniveau im April unverändert. Wegen der Coronaviruskrise wurde die Berechnung adaptiert.

Die umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens zur Eindämmung von Covid-19 hätten sich auch auf die Berechnung der April-Inflationsrate ausgewirkt, erklärte die Statistik Austria. Ein Teil der Preise habe nicht wie gewohnt erhoben werden können und sei daher ersetzt bzw. fortgeschrieben worden. Es kamen also unterschiedliche Methoden und Ansätze zur Anwendung, um die Erhebungsausfälle zu kompensieren bzw. um ihren Einfluss auf die Inflationsrate zu begrenzen.

Der massivste Preistreiber waren heuer im April die Wohnkosten - ohne Wohnen hätte die Inflation im Jahresabstand nur 1 Prozent betragen. Dämpfend auf die Teuerung wirkte hingegen der Preisrutsch bei Treibstoffen und Heizöl.

Im Jahresvergleich stiegen die Preise für Wohnung, Wasser, Energie im Schnitt um 2,3 Prozent. Sie beeinflussten die allgemeine Teuerung mit 0,46 Prozentpunkten. Die Instandhaltung von Wohnungen kostete um 3,1 Prozent mehr als noch vor einem Jahr (Einfluss: 0,19 Prozentpunkte). Mieten erhöhten sich im Schnitt um 3,2 Prozent (Einfluss: 0,16 Prozentpunkte).

Mit einer Teuerung von 0,5 Prozent erwies sich die Haushaltsenergie im Schnitt als beinahe preisstabil (Einfluss: 0,02 Prozentpunkte): die um 7 Prozent höheren Strompreise (Einfluss: 0,14 Prozentpunkte) wurden durch um 23,6 Prozent niedrigere Heizölpreise (0,13 Prozentpunkte) kompensiert. Feste Brennstoffe verteuerten sich um 2,5 Prozent, Fernwärme um 0,8 Prozent. Gas verbilligte sich um 0,9 Prozent.

Die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zogen um 2,6 Prozent spürbar an (Einfluss: 0,29 Prozentpunkte). Nahrungsmittel allein kosteten um 2,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat (Einfluss: 0,27 Prozentpunkte). Insbesondere die Fleischpreise erhöhten sich mit 5,8 Prozent deutlich (Einfluss: 0,14 Prozentpunkte). Die Preise für Brot und Getreideerzeugnisse legten im April um 2,4 Prozent zu, jene für Milch, Käse und Eier um 1,9 Prozent. Fisch kostete im April um 6,7 Prozent mehr als ein Jahr davor. Obst verteuerte sich um 2,2 Prozent, Gemüse hingegen wurde um 1,5 Prozent billiger. Für alkoholfreie Getränke war um 1,4 Prozent mehr zu bezahlen.

Die Verkehrspreise sanken im Schnitt um 1,6 Prozent (Einfluss: 0,22 Prozentpunkte). Ausschlaggebend dafür waren laut Statistik Austria die Treibstoffpreise, die sich um 14,7 Prozent verringerten (Einfluss: 0,47 Prozentpunkte). Im März waren sie noch um 8,5 Prozent zurückgegangen (Einfluss: 0,27 Prozentpunkte).

Der tägliche Einkauf (Mikrowarenkorb), der neben Nahrungsmitteln auch Tageszeitungen oder den Kaffee im Kaffeehaus umfasst, verteuerte sich im Jahresabstand um 3,2 Prozent, nach einem Anstieg von 2,4 Prozent im März. Der wöchentliche Einkauf (Miniwarenkorb), der neben Nahrungsmitteln und Dienstleistungen auch Treibstoffe enthält, verbilligte sich im Jahresabstand um 1,1 Prozent, nach einem Rückgang von 0,3 Prozent im Vormonat.

Die Coronavirus-Pandemie machte der Statistik Austria im April jedenfalls einen gehörigen Strich durch die traditionelle Inflationsrechnung - ab Mitte März kam es zu einem Shutdown des öffentlichen Lebens und zu einer massiv eingeschränkten Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen.

Insgesamt seien im April, gemessen an ihrer Gewichtung, etwa 26 Prozent der zu erhebenden Preise für Waren und Dienstleistungen von nicht zu ersetzenden Erhebungsausfällen betroffen gewesen und hätten unter Verwendung international gängiger und EU-weit abgestimmter Methoden fortgeschrieben werden müssen, berichtete die Statistik Austria.

Für die entsprechend angepasste April-Berechnung des österreichischen VPI verwendeten die Statistiker Scannerdaten (für Lebensmittel, Getränke und Drogeriewaren); sie erweiterten die Online-Preiserhebung (etwa für Bekleidung) und führten eine Fortschreibung mit der Gesamtinflationsrate (bei hauptsächlich oder vollständig ausgefallenen Waren und Dienstleistungen wie Friseur und Restaurants) sowie eine Fortschreibung mit saisonalem Muster (bei saisonalen Dienstleistungen, beispielsweise Flügen, Reisen und Beherbergung) durch.