Viele Börse-Unternehmen versteuern auch im Ausland © APA - Austria Presse Agentur

Fast alle Unternehmen, die im Wiener Börsenleitindex ATX gelistet sind, haben Töchter in Niedrigsteuerländern. 17 von 20 ATX-Firmen besitzen insgesamt 147 Tochtergesellschaften in Ländern mit einem nominalen Steuersatz von unter 10 Prozent, geht aus einer aktuellen Geschäftsbericht-Analyse des Wiener Momentum Instituts hervor.

Beziehe man Länder mit einem Steuersatz bis inklusive 12,5 Prozent Steuersatz mit ein, verdoppelt sich die Anzahl der Töchter, so das Institut.

Raiffeisen Bank International (RBI) und Erste Group haben laut Momentum über 20 Tochtergesellschaften in Ländern mit einem Steuersatz von unter 10 Prozent. Keine Gesellschaften in Staaten mit sehr niedrigen Steuersätzen haben AT&S, FACC und der Verbund.

Auch teilstaatliche Unternehmen wie die OMV, Telekom Austria und Österreichische Post haben Töchter in Niedrigsteuerländern. "Wozu benötigen teilstaatliche Unternehmen Briefkastenfirmen in Steueroasen und warum stellt das die Politik nicht einmal im eigenen Einflussbereich ab?", so die Leiterin des Momentum Instituts, Barbara Blaha, am Mittwoch.

Die Verschiebung von Konzerngewinnen in ausländische Niedrigsteuerländer kostet den österreichischen Steuerbehörden laut Momentum Institut je nach Hochrechnungsmethode bis zu 1,3 Mrd. Euro.