Automattic übernimmt Tumblr © APA - Austria Presse Agentur

Die Blog-Plattform Tumblr bekommt einen neuen Eigentümer. Die Firma Automattic, die hinter der bekannten Blogging-Software WordPress steckt, kauft Tumblr dem amerikanischen Telekommunikationsriesen Verizon ab. Er wolle Tumblr unverändert fortführen, sagte Automattic-Chef Matt Mullenweg dem "Wall Street Journal" am Montag.

Tumblr war 2013 vom Internet-Konzern Yahoo übernommen worden. Die damalige Yahoo-Chefin Marissa Mayer wollte dringend mehr junge Nutzer zu dem Web-Pionier lotsen und war deswegen bereit, gut eine Milliarde Dollar (aktuell knapp 900 Mio. Euro) für Tumblr hinzublättern.

Tumblr wurde unter dem Dach von Yahoo allerdings nicht zu einer so großen Erfolgsgeschichte wie die von Facebook für einen ähnlichen Betrag gekaufte Fotoplattform Instagram. Yahoo kämpfte weiter mit sinkenden Werbeerlösen. Das Webgeschäft von Yahoo wurde schließlich nach einem langen Niedergang im Jahr 2017 von Verizon übernommen, für rund 4,5 Mrd. Dollar. Verizon soll laut Medienberichten bereits seit dem Frühjahr nach einem Käufer für Tumblr gesucht haben.

Wie viel sich Automattic den Zukauf kosten lässt, wurde nicht mitgeteilt. Nach Informationen der Website "Axios" liegt der Kaufpreis "deutlich unter 20 Millionen". Der Betrag sei für Verizon nicht bedeutend, schrieb das "Wall Street Journal". Das einstige Yahoo-Geschäft verzeichnet auch als Teil des Telekom-Konzerns rückläufige Werbeeinnahmen.

Zu Automattic gehört bereits unter anderem die auf lange Artikel fokussierte Website Longreads. Mit der Übernahme werden rund 200 Mitarbeiter ihren Arbeitgeber wechseln. Er sehe in Tumblr eine Ergänzung zu WordPress.com, sagte Mullenweg dem "Wall Street Journal". "Es ist einfach nur Spaß. Wir werden nichts davon verändern." Das von Verizon verfügte Pornografie-Verbot werde bleiben, sagte der Automattic-Chef. Die Tumblr-App war wegen freizügiger Inhalte und unzureichenden Schutzes Minderjähriger zeitweise aus Apples App Store geflogen. Interesse an Tumblr hatte nach Berichten über Verizons Verkaufsüberlegungen auch die Pornowebsite Pornhub angemeldet.