Expansionsbestrebungen bei Uber © APA - Austria Presse Agentur

Der US-Fahrdienstvermittler Uber will einem Medienbericht zufolge den deutschen Autobauern Daimler und BMW den gemeinsam betriebenen Taxi- und Chauffeurvermittler "FreeNow" für mehr als eine Milliarde Euro abkaufen. Uber-Chef Dara Khosrowshahi biete jedem von ihnen einen hohen dreistelligen Millionenbetrag als Kaufpreis an, berichtete das "Manager Magazin" am Mittwoch unter Verweis auf Branchenkreise.

FreeNow gehört zu den Mobilitätsdiensten, die BMW und Daimler seit Anfang letzten Jahres in einem Joint Venture anbieten. Auch Car-Sharing (ShareNow), eine Parkplatzsuch-App (ParkNow) und eine Plattform für E-Auto-Ladestationen (ChargeNow) gehören zu der unter "YourNow" firmierenden Gruppe. Bisher investierten die Autobauer, um den Markt zu erobern, machten mit den Diensten aber kaum Gewinn.

Ein Sprecher von Daimler Mobility erklärte, zu Marktspekulationen äußere sich das Unternehmen nicht. BMW war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Daimler-Chef Ola Källenius hatte jüngst bekräftigt, die Firmen müssten finanziell auf eigenen Beinen stehen können. BMW und Daimler suchten von Anfang an nach Partnern. Daimler-Betriebsratschef Michael Brecht forderte im Interview mit Reuters, einen Verkauf der Dienste in Betracht zu ziehen, da die Autobauer durch den Umschwung zu Elektromobilität und die Coronakrise unter hohem Finanzdruck stehen.