Tesla-Produktion in Deutschland geplant © APA - Austria Presse Agentur

Der Elektroauto-Hersteller Tesla wird seine europäische Fabrik im Umland von Berlin bauen. Tesla-Chef Elon Musk verkündete das überraschend am Dienstagabend bei der Verleihung des "Goldenen Lenkrads" von "Auto Bild" und "Bild am Sonntag" in Berlin. Das Werk solle in der Nähe des geplanten Hauptstadtflughafens BER entstehen.

Die geplante Fabrik soll allein in Brandenburg nach Angaben der Berliner Wirtschaftsverwaltung 6.000 bis 7.000 neue Stellen schaffen. "Wichtig war für Tesla deshalb die Nähe zu Berlin sowie zum neuen Flughafen BER", sagte eine Sprecherin am Mittwoch mit Blick auf die Fachkräfte in der Hauptstadt.

Tesla plant demnach auch ein Entwicklungs- und Designzentrum in Berlin. Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze dort entstehen sollen und welche Standorte dafür diskutiert werden, wurde zunächst nicht bekannt. In den vergangenen Monaten habe es intensive Gespräche zwischen Berlin, Brandenburg und Tesla gegeben, sagte die Sprecherin.

Die "Gigafactory" soll zunächst den künftigen Kompakt-SUV Model Y sowie auch Batterien und Antriebe bauen. Die Fabrik soll nach bisherigen Angaben voraussichtlich Ende 2021 in Betrieb gehen.

Von der Politik wurde die Ankündigung mit Genugtuung aufgenommen: "Die Entscheidung von Tesla, eine hochmoderne Fabrik für Elektroautos in Deutschland zu errichten, ist ein weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland", erklärte der deutsche Wirtschaftminister Peter Altmaier.

Der deutsche Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer gab indessen für die deutsche Regierung zu bedenken, dass nun bei der Förderung der Batterieproduktion umgedacht werden müsse. Nach der Ankündigung von Tesla-Chef Elon Musk, bei Berlin eine Fabrik für die Herstellung von Batterien und Elektrofahrzeugen zu bauen, sei zu überlegen, welchen Sinn die eine Milliarde Euro noch habe, die Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in eine deutsche Lithium-Ionen-Fabrikation stecken wolle. Auch die geplante Batterieforschungsfabrik in Nordrhein-Westfalen mit 200 Mio. Euro Landesmitteln sei nun zu hinterfragen, sagte Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen am Mittwoch.