Jones-Filiale in der Wiener Innenstadt © APA - Austria Presse Agentur

Die heimische Modekette Jones sucht nach dem kürzlich abgeschlossenen Insolvenzverfahren nun einen Investor. Mit einem Fokus auf Nachhaltigkeit will man wieder mehr Kundinnen in die Läden locken. Um die Trendwende finanziell zu schaffen, hat die Firma den Filialstand hierzulande von 35 auf 33 reduziert, Mieten nachverhandelt, Teile des Zentrallagers geschlossen und das Sortiment gestrafft.

Das gesamte Restrukturierungspaket inklusive des Mitarbeiterabbaus von 168 auf 152 Personen habe die Kosten um einen niedrigen siebenstelligen Betrag gesenkt, sagte Jones-Eigentümer Gabor Rose im APA-Gespräch.

Der Familienbetrieb wurde vor 47 Jahren gegründet. Nun führt Rose Gespräche mit drei ausländischen Investoren, die Beteiligungshöhe ist noch offen. Durch die Kosteneinsparungen habe man nun keinen Zeitdruck bei der Investorensuche und könne sich "neu aufstellen". Im vergangenen Jahr machte die Modekette einen Umsatz von rund 20 Mio. Euro.

Hinter der Marke Jones steht die Wiener Rose Gesellschaft mbH. Rund 80 Prozent der jährlich verkaufen 450.000 Kleidungsstücke lässt Rose in Europa produzieren. Das Design des Sortiments wird in Wien entwickelt. Als Marke im mittleren Preissegment für Frauen über 30 Jahre spürt die Modefirma den boomenden Online-Handel und große, internationale Modeketten. Unter dem Druck der Modediskonter hat Jones in den vergangenen Jahren auch teilweise die Preise gesenkt. Firmenchef Rose schätzt, dass in Österreich 60 bis 70 Prozent zu viel Bekleidungsware am Markt ist.

Das Modelabel meldete vergangenen September Insolvenz an und begab sich in ein Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung. 190 Gläubiger mit Forderungen in Höhe von 8 Mio. Euro waren betroffen. Die Gläubiger erhalten eine Quote von 20 Prozent. Anfang Februar wurde der Sanierungsplan rechtskräftig bestätigt und das Sanierungsverfahren aufgehoben. Ende der Zahlungsfrist ist Mitte Dezember 2021.

Die österreichische Modekette will künftig die Nachhaltigkeit der Materialen und Fertigungsweise für Kunden besser sichtbar machen. Rund 80 Prozent des Jones-Sortiments würde bereits aus Viskose, einer Faser aus Zellulose, gefertigt, sagte Miteigentümerin Doris Rose. Jones werde aber nicht als Öko-Marke positioniert. Man wolle vielmehr mit nachhaltigen Materialien und der Produktion in Europa bei Käuferinnen punkten.