Die Rückkehr zum Vorkrisenniveau ist laut IWF in der Ferne © APA - Austria Presse Agentur

Der konjunkturelle Ausblick für Europa bleibt nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) wegen der Coronavirus-Pandemie schwach. Die Erholung werde sich hinziehen und unterschiedlich stark ausfallen, hieß es in einer am Mittwoch veröffentlichten IWF-Studie. Heuer dürfte die Wirtschaft um 7 Prozent schrumpfen, sich nächstes Jahr dann um 4,7 Prozent erholen. Das Vorkrisenniveau wird also bei weitem noch nicht erreicht.

Das größte Risiko für die europäischen Staaten ist laut IWF die zweite Welle an Infektionen im Herbst und Winter. Außerdem könnte ein harter Brexit ohne Handelsabkommen zwischen EU und Großbritannien der Wirtschaft zum Jahreswechsel einen weiteren Schlag versetzen.

IWF-Experte Alfred Kammer sagte, gegenüber früheren Schätzungen fehle Europa eine Wirtschaftsleistung von fast drei Billionen Euro. "Ein Großteil dieses Verlustes wird mittelfristig nicht wieder aufgeholt werden." Die Pandemie habe Europa hart getroffen - mit mehr als 240.000 Toten und umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens.

Ohne die enormen Hilfen von Regierungen und Notenbanken wären die ökonomischen Folgen noch deutlich schlimmer ausgefallen. So seien europaweit mindestens 54 Millionen Jobs durch Notfallprogramme wie das Kurzarbeitergeld in Deutschland erhalten worden. "Ein vorschnelles Zurückziehen der Unterstützungsmaßnahmen könnte die Länder wieder in die Rezession ziehen - und vieles rückgängig machen, was bisher erreicht wurde", hieß es in dem Bericht.