In Vietnam werden auch Weihnachtskarten für Europa hergestellt © APA - Austria Presse Agentur

Das Freihandelsabkommen der EU mit Vietnam ist am Samstag in Kraft getreten. Über die nächsten zehn Jahre fallen nahezu alle Einfuhrzölle auf Waren zwischen der EU und dem südostasiatischen Land weg. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, sie erhoffe sich dadurch Arbeitsplätze und "neue aufstrebende Märkte" für europäische Unternehmen.

Auch für die Bevölkerung Vietnams biete das Abkommen eine große Chance. Vietnam ist ein wichtiges Produktionsland von Elektrogeräten und Textilien für den europäischen Markt. Umgekehrt ist das Land mit 95 Millionen Einwohnern ein interessanter Absatzmarkt für europäische Firmen. Nach Angaben der EU-Kommission ist Vietnam nach Singapur der zweitgrößte Handelspartner der EU im Verband Südostasiatischer Staaten (Asean). Ein separat zum Handelsabkommen aufgesetzter Vertragsteil zum Investitionsschutz muss zusätzlich noch von den nationalen Parlamenten der EU-Länder ratifiziert werden.

Mit dem Abkommen entfallen umgehend die Zölle auf 65 Prozent aller EU-Ausfuhren nach Vietnam. Umgekehrt fallen die EU-Importzölle auf 71 Prozent aller vietnamesischen Waren weg. Nach mehrjähriger Übergangszeit sollen 99 Prozent aller Zölle auf beiden Seiten abgeschafft sein. Im Europaparlament hatte es wegen der Menschenrechtslage in Vietnam auch Kritik an dem Vertrag gegeben. Für den Fall, dass sich die Lage verschlechtert, gibt es im Abkommen eine Aussetzungsklausel.