Starker Dämpfer für "Made in Germany" © APA - Austria Presse Agentur

Die deutschen Exporte sind wegen der Coronarezession bei wichtigen Handelspartnern wie Frankreich und den USA so drastisch eingebrochen wie noch nie. Die Firmen verkauften im April Waren im Wert von nur noch 75,7 Mrd. Euro ins Ausland und damit um 31,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Dies ist laut Statistischem Bundesamt der größte Rückgang seit Beginn der Außenhandelsstatistik 1950.

Zugleich brachen die Importe mit 23,6 Prozent auf 72,2 Mrd. Euro so stark ein wie seit der globalen Finanzkrise 2009 nicht mehr, im Vergleich zum März sogar in Rekordtempo. "Vom Exportboom der vergangenen zehn Jahre ist wenig übrig geblieben", kommentierte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger. Wegen der jüngsten Lockdown-Lockerungen und Grenzöffnungen dürfte eine Erholung zwar schon eingesetzt haben. "Der Weg aus dem Coronatal ist jedoch vor allem für den Außenhandel lang, steinig und vor allem unsicher", ergänzte der Ökonom.

Darauf deutet auch die Entwicklung der Aufträge in der exportabhängigen Industrie hin. Die Bestellungen aus dem Ausland brachen im April im Rekordtempo von 28,1 Prozent zum Vormonat ein, da sich wichtige Abnehmerländer wie die USA wegen der Coronakrise in einer Rezession befinden und damit weniger Waren "Made in Germany" nachfragen.

Die Ausfuhren in die Volksrepublik China sanken im April noch vergleichsweise moderat um 12,6 Prozent auf 7,2 Mrd. Euro. Die Exporte in die von der Coronapandemie besonders betroffenen Staaten Frankreich (minus 48,3 Prozent), Italien (minus 40,1 Prozent) und USA (minus 35,8 Prozent) nahmen im Vergleich zum April 2019 besonders stark ab. Der im Ausland viel kritisierte deutsche Exportüberschuss schmolz im April auf nur noch 3,5 Milliarden Euro ab. "Damit wurde der niedrigste Exportüberschuss Deutschlands seit Dezember 2000 nachgewiesen", erläuterten die Statistiker.

Die gesamte deutsche Wirtschaft steht 2020 vor einer tiefen Rezession. Die EU-Kommission sagt für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 6,5 Prozent voraus und damit den stärksten Einbruch in der Nachkriegszeit.