Die AUA reagiert wie der gesamte Lufthansa-Konzern auf die Krise © APA - Austria Presse Agentur

Die AUA schickt wegen des Coronavirus Mitarbeiter nach Hause. Weil wegen des Stopps der China-Flüge zwei der zwölf Langstreckenjets am Boden stehen, haben rund 150 bis 200 Mitarbeiter keine Arbeit. Ihnen wird unbezahlter Urlaub, Blockteilzeit und Bildungskarenz angeboten, sagte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Dienstag zur APA. Die AUA reagiert wie der gesamte Lufthansa-Konzern auf die Krise.

Allein die Einstellung der Flüge nach China belaste die AUA deutlich, so Hoensbroech. Dazu kommt nun der Ausbruch in Italien. "Bis vor kurzem war das restliche Geschäft noch relativ stabil, aber wir sehen jetzt schon die ersten Anzeichen, dass eine allgemeine Nervosität entsteht und es auch zu Sekundäreffekten kommt, ganz speziell nach Asien, aber es ist natürlich auch schon absehbar, dass die Entwicklungen in Italien nicht gerade zu einer Belebung der Nachfrage führen", erklärte der AUA-Vorstandschef.

Die Devise lautet: "Kühlen Kopf bewahren, die richtigen Entscheidungen treffen und ansonsten beobachten wir, wie sich die Lage weiterentwickelt." Zu den Entscheidungen gehört auch das vorrübergehende Freistellen von Mitarbeitern. Das freiwillige Angebot zu Urlaub, Teilzeit oder Karenz gilt zunächst für den Zeitraum April bis Juni. Darüber hinaus gibt es ab sofort einen absoluten Aufnahmestopp, auch für bereits geplante Einstellungen.

"Es ist im Augenblick noch überhaupt nicht absehbar, wie sich weiter entwickelt und ob und wann sie sich beruhigt", so Hoensbroech. Deshalb müsse man versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zahlen zu Kosten und Umsatzeinbußen nannte der Manager nicht. Die wirtschaftlichen Auswirkungen seien aufgrund der nachfrageschwächeren Wintersaison im Augenblick "nicht ganz so schlimm wie wenn uns das im Sommer auch noch treffen würde".

Ob es bei dem "temporären Mitarbeiterabbau" bleibt, lässt sich laut Hoensbroech zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Es kann gut sein, dass sich die Lage noch weiter verschärft. Und die Entwicklungen, die im Augenblick in Europa erkennbar sind, die eignen sich eher dazu, noch beunruhigter zu sein. Und dann werden möglicherweise noch weitergehende Maßnahmen ergreifen müssen."

Vorerst reagiert die AUA auf den Wegfall der China-Flüge. "Wenn es zu weiteren Reiseeinschränkungen kommen sollte und wir weitere Flüge aussetzen müssten, dann müssen wir diese Maßnahmen nochmals erheblich verschärfen", sagte Hoensbroech. "Natürlich denken wir da auch bereits vor, was so die nächsten Maßnahmen sein könnten, wenn sich die Lage noch weiter verschärfen sollte."

Bei der AUA läuft bereits seit Ende 2019 ein Sparpaket wegen des Preiskampfs mit den Billigfliegern. Der rot-weiß-roten Fluggesellschaft drohten schon ohne Virusausbruch rote Zahlen. Bis Ende 2021 sollen 700 bis 800 Stellen wegfallen, bereits ab April will die Österreich-Flugtochter mit 90 Führungskräften weniger auskommen. Das Sparpaket könnte deshalb deutlich rascher abgearbeitet werden. "Wir machen das logischerweise so schnell wie möglich, aber grundsätzlich bleibt die Aussage 'bis Ende 2021' bestehen", so Hoensbroech.